Kleingartenanlage Birkheide e.V. Genthin
Tipps für den Garten
zurück zur Übersicht
Verfasst am 22.06.2026 um 15:53 Uhr

Gartentipps Juni: Erste Erntefreuden & Die grüne Wunderwaffe gegen Schädlinge

Hallo liebe Gartenfreunde der KGA Birkheide e.V.,


der Mai hat uns mit dem großen Pflanzen nach den Eisheiligen ordentlich auf Trab gehalten. Nun, im Juni, können wir endlich die ersten Früchte unserer Arbeit ernten! Die Tage sind lang, die Sonne hat Kraft und in unseren Parzellen grünt und blüht es an allen Ecken.


Doch mit dem üppigen Wachstum kommen auch die ersten hungrigen Gäste wie Blattläuse und Schnecken. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie ihr eure Pflanzen jetzt optimal stärkt, Schädlinge rein biologisch abwehrt und wie ihr aus einfachem Wildkraut einen echten Power-Dünger selbst herstellt.


Hier ist euer praktischer Garten-Fahrplan für den Juni:

Schritt 1: Die erste Ernte einfahren & Lücken füllen

Im Juni startet die Erntesaison so richtig durch. Jetzt heißt es: Genießen und direkt für Nachschub sorgen!

  • Erntezeit: Die im April und Mai gesäten Radieschen, Pflücksalate, Spinat und die ersten frühen Erdbeeren sind jetzt bereit für den Teller. Erntet Salat am besten morgens, dann ist er besonders knackig.

  • Lücken direkt nutzen: Lasst geerntete Beete nicht brach liegen. Sobald Platz frei wird, könnt ihr direkt nachsäen: Buschbohnen, Radieschen, neuer Salat oder auch zweijährige Blumen wie Fingerhut und Stockrosen für das nächste Jahr können jetzt direkt ins Beet.


Schritt 2: Die grüne Wunderwaffe – Brennnesseljauche selbst herstellen

Warum teuren chemischen Dünger kaufen, wenn das beste Mittel direkt am Wegesrand wächst? Brennnessel-Flüssigdünger (Jauche) ist ein sensationeller, stickstoffreicher Dünger und stärkt die Abwehrkräfte eurer Pflanzen.


  • So einfach geht’s (Schritt-für-Schritt):

    1. Sammeln: Schneidet ca. 1 kg frische Brennnesseln (am besten vor der Blüte) ab. Tragt dabei unbedingt Handschuhe!

    2. Zerkleinern: Schneidet die Pflanzen grob klein – das beschleunigt den Prozess.

    3. Ansetzen: Gebt die Brennnesseln in einen großen Plastikeimer oder ein Holzfass (kein Metall!) und füllt das Ganze mit ca. 10 Litern Regenwasser auf.

    4. Gären lassen: Deckt das Gefäß luftdurchlässig ab (z. B. mit einem Gitter oder Netz) und stellt es an einen sonnigen Ort. Einmal täglich kräftig umrühren.

    5. Geruch bändigen: Nach wenigen Tagen setzt die Gärung ein, was man deutlich riecht. Streut einfach eine Handvoll Gesteinsmehl oder etwas reifen Kompost auf die Oberfläche, um den Geruch zu binden.

    6. Anwendung: Nach ca. 10 bis 14 Tagen hört die Jauche auf zu schäumen und ist fertig. Siebt die Pflanzenteile ab. 


Wichtig: Zum Gießen immer im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen! Eure Tomaten, Zucchini und Kartoffeln werden diesen Power-Schub lieben.


Schritt 3: Biologischer Pflanzenschutz – Blattläuse & Schnecken im Zaum halten

Die Wärme lockt leider auch Schädlinge an. Doch bevor ihr zur Chemie greift, probiert diese bewährten, umweltschonenden Methoden:

  • Blattläuse sanft vertreiben: Wenn sich Läuse an den Rosen oder dem jungen Gemüse breitmachen, hilft ein starker Brennnessel-Sud (frische Brennnesseln nur 24 Stunden in Wasser einweichen, nicht gären lassen!) oder eine Mischung aus Wasser mit einem Spritzer milder Schmierseife. Einfach auf die betroffenen Stellen sprühen.

  • Nützlinge fördern: Marienkäfer, Florfliegen und Ohrenkneifer sind die natürlichen Feinde der Blattlaus. Schafft wilde Ecken im Garten oder stellt Insektenhotels auf, um diese Helfer anzulocken.

  • Schnecken abwehren: Haltet den Boden um eure gefährdeten Pflanzen (wie jungen Salat) durch regelmäßiges Hacken feinkrümelig und trocken. Schnecken meiden raue Oberflächen. Auch Kaffeesatz oder das Ausstreuen von Holzasche rund um das Beet hält die Kriechtiere auf Abstand.


Schritt 4: Richtiges Gießen bei Sommerhitze

Unser roter Faden „cleveres Wassermanagement“ bleibt auch im Juni brandaktuell. Wenn die Temperaturen steigen, solltet ihr eure Gießgewohnheiten anpassen:

  • In den Morgenstunden gießen: Gießt am besten früh morgens. Dann ist der Boden abgekühlt, das Wasser verdunstet nicht sofort und die Pflanzen gehen gestärkt in den heißen Tag. Abendliches Gießen lockt dagegen Schnecken an.

  • Durchdringend statt oberflächlich: Gießt lieber alle zwei bis drei Tage intensiv und wurzeltief, als jeden Tag nur ein bisschen. So werden die Pflanzen angeregt, tiefere Wurzeln zu bilden, was sie widerstandsfähiger gegen Trockenheit macht. Die verlegten Tropfschläuche und unsere Mulchschichten leisten hierbei weiterhin treue Dienste!


Der Juni zeigt uns, wie lebendig und produktiv unsere Kleingärten sind. Nutzen wir die langen Abende auf der Terrasse, um das Summen der Bienen und das Wachstum in unseren Beeten zu genießen.


In unserem nächsten Beitrag im Juli dreht sich alles um die sommerliche Hauptente, das richtige Ausgeizen von Tomaten und wie wir unsere Pflanzen bei anhaltender Hitze optimal schützen.


Wir wünschen allen Mitgliedern und Gartenfreunden eine ertragreiche erste Ernte und wunderschöne, sonnige Stunden in ihren Parzellen!